Mittwoch, 19. august 2009 3 19 /08 /2009 05:28

Am Samstag gings los auf die Isla del Sol (Titicacasee). Von La Paz aus sind wir mit einem Minibus ungefaehr 3 Stunden nach Copacabana gefahren. Angekommen, haben wir gesehen, wie Dutzende von Autos vor der Kirche Copacabanas geweiht wurden. Die Autos werden dabei mit Girlanden geschmueckt und mit Bier oder Sekt besprueht. Auch in La Paz steht in den Minibussen immer wieder ‚Virgen de Copacabana’. Schon irgendwie verrueckt. Ich habe zuvor noch nie gehoert, dass jemand sein Auto weihen laesst.  


Von Copacabana aus sind wir mit dem Boot auf die Isla del Sol gefahren. Dort angekommen mussten wir erst einmal - auf etwa 4000 Meter Hoehe - Treppen steigen. Das war vielleicht anstrengend.

Auf der Isla sind wir dann erst mal losgewandert. Wir wollten zu den Ruinen der Inkas und haben uns mega verlaufen. Eigentlich sollten wir insgesamt nur eine Stunde brauchen. Nach drei waren wir zu Hause. Die Aussicht die wir jedoch hatten, als wir an unserem Ziel angekommen sind, hat uns fuer alles entschaedigt. Seht euch die Bilder an. Ich kann nur jedem empfehlen einmal auf die Isla del Sol zu gehen =)

Die Vermieter unserer Unterkunft haben uns dann zu Hause Trucha gekocht. Das war ein fangfrischer Fisch aus dem Titicacasee ;) Lecker…

Am Sonntagabend sind wir dann wieder zurueckgekehrt. Dieses Mal jedoch mit einem groesseren, viel komfortableren Bus als mit dem normalen Minibus. In den Minibussen sitzt man naemlich immer richtig zusammengequetscht. Bis zu 18 Leute haben hier in Bolvien darin Platz. In Deutschland waeren es hoechstens neun Leute. 

 

 

Es steht jetzt auch schon fest wer in welches Projekt geht. Um manche Projekte wurde sogar richtig gefightet. Das Los musste entscheiden und so haben letztendlich nicht alle ihr Wunschprojekt bekommen. Ich hatte jedoch Glueck. Bei den Trabajadores benoetigt man insgesamt drei Voluntaere. Mit mir waren Benni und Jonathan an dem Projekt interessiert. Wir waren also genau drei Leute. Somit war klar, dass wir den Platz sicher haben werden. 

 

Was macht man in dem Projekt? Jeder von uns dreien hat bereits einen Bezirk und einen Ansprechpartner zugeteilt bekommen. Ich bin in meinem Bezirk fuer recht viele Leute zustaendig. Ich werde zu insgesamt ca. 100 Leuten gehen, die auf der Strasse arbeiten. Das sind vor allem Schuhputzer und Cholitas (Frauen, die ein Staendchen haben und Tee, Suessigkeiten oder ‚refrescos’ verkaufen). Ich bin sozusagen ihr Ansprechpartner. Sie haben somit einfach jemand zum reden. Sie erzaehlen dann von ihrer Familie, ihren Problemen und sonstigen Dingen. Eine weitere Aufgabe von uns Voluntaeren ist es, den Trabajadores eine Art Bank zu bieten. Somit lernen sie zum ersten Mal in ihrem Leben richtig sparen. 

Wenn sich jemand neu in das Projekt einschreiben lassen will, dann wird immer zuerst ein Einfuehrungsgespraech gefuehrt. In diesem Gespraech, das bei den Leuten zu Hause stattfindet (um die Lebensverhaeltnisse von ihnen zu sehen), muessen sie immer ein Ziel angeben. Letzten Donnerstag waren wir beispielsweise bei einer Frau, die mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in ganz aermlichen Verhaeltnissen wohnt. Sie ist in einer kleinen ‚Huette’ in El Alto zu Hause. Ihr Ziel ist ein Hochbett. Dies sei Platz sparend und somit ideal fuer ihre Familie.

Die Trabajadores zahlen unterschiedlich in die ‚mobile Bank’ ein. Manche geben jedesmal 2 Bolivianos. Andere sparen 5 oder 10. Es gibt auch viele, die oft auf Grund des schlechten Geschaefts gar nichts auf die Seite legen koennen. Zur Information: 2 Bolis sind gerade einmal 20 Eurocent.


 


Ich bin jetzt einmal gespannt, wie sich alles entwickelt. So richtig angefangen hat unser Projekt naemlich noch nicht. Ich arbeite mit Anna zusammen. Sie bereitet die Reise der 2000 Kinder nach Copacabana vor. Es gibt so viel zu tun, dass das die Eingewoehnungsphase in die Laenge zieht.

Ich meld mich wieder, sobald es Neuigkeiten gibt. 

 

Saludos, 

David
















 















      

 




















Die Kirche Copacabanas

von David
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